Winter auf den Gemüsefeldern

Auch im Winter bieten wir besonders gerne Gemüse aus dem Münchner Umland an, obwohl die Auswahl jetzt natürlich kleiner ist. Doch was machen unsere Bio-Gärtnerinnen und -Gärtner eigentlich wenn es draußen kalt ist und – zumindest auf den ersten Blick – die Felder ruhen? Urban vom Obergrashof in Dachau und Alexander vom Biolandhof Fuchs in Schrobenhausen geben uns einen Einblick.

Tipp: Welche regionalen Sorten du aktuell in unseren Gemüseabteilungen findest, siehst du auf unserem monatlichen Saisonkalender. Den gibt’s online oder in unseren Biomärkten zum Mitnehmen.

„Während im Sommer um die 40 Menschen im Morgenkreis um 07:00 zusammen stehen, sind es jetzt, Anfang des Jahres, zwei tapfere Handvoll. Die Felder draußen liegen brach oder unter Grün-Düngung und warten auf’s Frühjahr. Für die Verbliebenen gibt es trotzdem genug zu tun: Kühe und Schafe wollen auch im Winter gefüttert und ausgemistet werden.

Die Lagerware aus der Kühlung – Rote Bete, Sellerie, Pastinaken, die letzten Möhren – wird portionsweise gewaschen, aufbereitet und kommissioniert. Und damit wir alle im Winter nicht ganz vergessen, wie Grün aussieht, bündeln wir Treibschnittlauch, packen Kresseschälchen und ernten Feldsalat.

Eine wichtige Winterkultur ist auch unser Chicorée: Die im Sommer angebauten und im Herbst gerodeten Wurzeln treiben im Dunkeln und Warmen neu aus.

Nach ca. 3 Wochen sind die bleichen Chicorée-Sprosse erntereif und werden geputzt und verpackt.

Im Samenbau dreschen wir das Saatgut, reinigen es und setzen Keimtests an. Außerdem gilt es, die Elitepflanzen der zweijährigen Arten für die Saatgutgewinnung nächstes Jahr zu überwintern: Fenchel und Blumenkohl stehen eingepackt unter Vlies und warten auf Wärme und Licht für den Neuaustrieb.

Der Winter ist natürlich auch Schreibtisch-Zeit: Die Anbauplanung für die kommende Saison steht an, Betriebsdokumentationen sind abzuschließen, Berichte und Anträge zu schreiben. Alles in allem geht es bei uns am Obergrashof deutlich ruhiger zu, die Erde ruht sich aus, wir auch (zumindest ein bisschen) und freuen uns auf den Frühling draußen!

Bei uns dauert die Ernte vieler Lagergemüsearten meist bis in den November. Dieses Jahr haben wir die letzten Wurzelpetersilie erst kurz vor Weihnachten geerntet. Dann sind die Lager mit Wintergemüse wie Kraut, Wurzelgemüse aber auch Zwiebeln, Kürbissen und Süsskartoffeln gefüllt. Die bereiten wir nach Bestellung über den ganzen Winter peu a peu auf – bürsten, waschen und sortieren die Ware für unsere Kunden.

Schon Ende November beginnt die Planung fürs neue Jahr – Festlegung der Fruchtfolge auf den Feldern, Bestellung von Saatgut und Jungpflanzen. Immer wenn es die Zeit erlaubt, werden alle Maschinen durchgeschaut, bei Bedarf repariert und dann eingewintert.

Besonders viel Spass macht mir persönlich, das Jahr nochmal Revue passieren zu lassen. Zu überlegen was gut gelaufen ist und wo es Verbesserungsmöglichkeiten an Sorten, Abläufen und an Maschinen gibt. Schliesslich will man ja mit seinem Team jedes Jahr ein Stückchen besser werden!

Auch wir freuen schon darauf, wenn wir im Frühjahr wieder viele Sorten aus Dachau und Schrobenhausen anbieten können und sagen Danke für den spannenden Einblick!“