Krieg in der Ukraine & unsere Lebensmittel

Die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine erschüttern die Welt. Wie Sie sicher schon bemerkt haben, ziehen sie auch an den Lebensmitteln hierzulande nicht spurlos vorbei. Was bedeutet die Situation für Landwirtschaft und Ernährung in Deutschland und sogar auf der ganzen Welt? Was können wir tun? Welche Stärken haben regionale Bio-Produkte?
Zu Beginn der Corona-Pandemie, haben wir es erst erlebt: Viele Menschen sind verunsichert und bevorraten sich mit haltbaren Lebensmitteln. Wieder gibt es Lücken im Regal. Und wieder werden Importabhängigkeiten extrem spürbar, auch in Deutschland. Zum Glück sind wir hier nach wie vor gut (selbst-) versorgt, doch der Krieg wirkt sich auch auf unser Ernährungssystem aus.
Hier fassen wir Ihnen einige Punkte zusammen, woran das liegt und wie wir zumindest teilweise entgegensteuern können. Auch einige unserer regionalen Partnerbetriebe haben wir dazu befragt.
Einige Herausforderungen:
• Rohstoffe: Die Ukraine und Russland gehören zu den wichtigsten Weizenexporteuren der Welt. Die Ukraine gilt sogar als „Kornkammer Europas“. Viele weitere Agrarprodukte wie Soja, Mais und Pflanzenöl werden aus der Ukraine importiert. Doch seit Kriegsbeginn stehen nicht nur Exporte still, sondern ggf. auch auch Aussaat für künftige Ernten.
• Versorgungsengpässe: Ukrainische Ernteausfälle verstärken weltweite Hungersnöte. Besonders hart treffen die fehlenden Getreidelieferungen Entwicklungsländer, die von Weizenimporten Russlands und der Ukraine abhängig sind. Aber auch andere Länder, deren Supermarktregale zunächst voll bleiben, haben durch die Verknappung mit solch steigenden Preisen zu kämpfen. Das trifft ganz besonders einkommensschwächere Menschen.
• Energiepreise: Die drastische Erhöhung der Preise für Gas und Öl hat Auswirkungen auf alle Stationen unserer Lebensmittel – von der Erzeugung bis zum Transport.
• Suche nach Alternativen: In Deutschland können wir uns mit Getreide zum Glück selbst ausreichend versorgen. Unsere Abhängigkeit zeigt sich z.B. bei ukrainischem Futtermais. Zwar kann Deutschland ihn auch aus Ländern wie Süd- oder Nordamerika beziehen, doch zu längeren Transportwegen kommt hinzu, dass Amerika v.a. gentechnisch veränderten Mais exportiert.
• Wird Bio-Futter knapp? Ein klarer Vorteil in der ökologischen Landwirtschaft ist die flächengebundene Tierhaltung, d.h. ein großer Teil des Futters und Düngers wird selbst oder in regionalen Kooperationen hergestellt. Für Bio-Höfe könnten v.a. Bio-Eiweißfuttermittel für Hühner und Schweine knapp werden, da diese zu großen Teilen von ökologisch bewirtschafteten Ackerflächen in der Ukraine kommen.
• Klima- UND Krisensicher: Inmitten dieser globalen Krise muss nicht nur eine kurzfristige Lösung her, sondern weiterhin die Auswirkungen unseres Agrar- und Ernährungssystems auf Klima, Umwelt und Artensterben betrachtet werden.
Auch in und um München was bewegen!
Was tun? Der Münchner Ernährungsrat (MER) erklärt, wie wir aktiv können. Den ganzen Beitrag finden Sie HIER:
1. Regionale Wertschöpfungsketten reaktivieren: Mehr Grundnahrungsmittel auf regionaler Ebene produzieren und regionale Wertschöpfungsketten wiederbeleben.
2. Kreislaufwirtschaft fördern: Futter direkt vom Hof! Die Kreislaufwirtschaft arbeitet mit möglichst geschlossenen Nährstoffkreisläufen. Gerade Betriebe mit Verbands-Zertifizierung wie Bioland, Naturland oder Demeter beziehen z.B. mindestens die Hälfte des Tierfutters vom eigenen Betrieb und nutzen eigene organische Dünger. Das macht sie unabhängiger, spart Transportwege und Ressourcen.
3. Mehr biologische Landwirtschaft: Die biologische Landwirtschaft kommt ohne chemisch-synthetische Stickstoffdünger aus und ist daher unabhängig von entsprechenden Exportstopps, Lieferengpässen oder Preiserhöhungen, die den Düngemarkt stark betreffen.
4. Getreide auf den Teller statt in Trog oder Tonne: D.h. Fleischkonsum reduzieren, weniger Getreide für Tierfutter, mehr Platz für den Anbau von Nahrungs- statt Futtermitteln. Außerdem unbedingt unnötige Lebensmittelabfälle vermeiden!
5. Urban Gardening & selbst anbauen: Ausweitung von Urban Gardening-Projekten, Nutzung von öffentlichen Plätzen für den Anbau von Lebensmitteln: Im Schulgarten, öffentlichen Grünanlagen...
Stimmen unserer Lieferant:innen
Alexander Fuchs, Bioland-Bauer, Schrobenhausen
Wir merken Auswirkungen in allen Bereichen. Nicht nur die Treibstoffe sind teurer geworden, sondern auch Verpackung und Saatgut haben deutlich zugelegt. Am schwierigsten ist die Situation bei Ersatzteilen. Entweder sind sie gar nicht oder nur sehr spät lieferbar oder sehr viel teurer. Die regionale Vermarktung spielt in dieser Situation Ihre Stärken aus.
Dr. Michael Rittershofer, TAGWERK e.V., Dorfen
Die Verunsicherung ist im Moment sehr groß. Das bekommen wir auch im Handel zu spüren. Einerseits werden Hamsterkäufe getätigt, so dass die Biohöfe gar nicht mehr mit dem Liefern nachkommen, anderseits spüren die Biomärkte eine große Zurückhaltung beim Einkauf seitens der Kundschaft. Woran dies genau liegt und wie sich die Situation entwickelt, müssen wir abwarten.
Was aber deutlich wird ist, dass die bio-regionalen Strukturen, die TAGWERK schon seit fast 40 Jahren lebt, eine wichtige Antwort auf die Krise sind. Enge regionale Lieferketten sind deutlich weniger störanfällig, gewährleisten eine Grundversorgung mit einem vielfältigen Warensortiment und sind aufgrund ihrer kurzen Transportwege energiesparend. Gleiches gilt für den Ökolandbau. Bio-regionale Lebensmittel sind gleichermaßen ein Baustein zur kurzfristigen Krisenbewältigung als auch für eine enkeltaugliche Zukunft.
Markus Schleich, Geflügelhof, Peiting
Natürlich spüren wir die Auswirkungen des Krieges. Alles was an Futter noch nicht am Hof lagert wird immer teurer, überall kommen ständig neue Energiekostenaufschläge dazu usw. Natürlich ist es ein Vorteil, Kreisläufe regional zu gestalten. Wir haben lange überlegt, ob wir die erheblichen Mehrkosten weitergeben. Noch machen wir das nicht, unsere Produkte sollen weiterhin für alle kaufbar sein.
Dirk Hauschild, Fritz Mühlenbäckerei, Aying
Auch wenn wir schon immer einen großen Fokus auf Regionalität setzen, sind wir leider nicht von einem weltweiten Preiswahnsinn ausgenommen. Neben den Rohstoffpreisen sprechen wir heute über Energiealternativen und mehr Partnerschaften. Unsere Regionalitäts-Quote beim Rohstoffeinkauf steigt mit jedem Jahr hin zu mehr lokalen Partnern. In bewegten Zeiten gibt es mir Vertrauen in unsere Lieferanten und unsere regional belieferten Kunden.
Rapunzel FAIRWERTE

Fairness neu definiert!
Rapunzel ist unser Partner der ersten Stunde – unter anderem, weil genau wie bei VollCorner auch für Rapunzel Bio und Fair seit jeher zusammengehören. Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit gehen bei dem Allgäuer Bio-Pionier seit über 30 Jahren »Hand in Hand«.
Was eigentlich schon immer das tägliche Handeln des Familienunternehmens bestimmt, wird von Rapunzel in diesem Jahr nochmal ganz neu auf’s Papier gebracht.
In Form von 15 FAIRWERTEN, die alle Rapunzel Produkte so besonders machen.
Und weil Biodiversität, fairer & solidarischer Handel oder soziales Engagement einfach viel mehr wert sind als Sparpreise, ist es für Rapunzel eine wichtige Konsequenz, den Verkauf der Bio-Produkte nicht mehr mit preisgesteuerten Rabattaktionen anzukurbeln, sondern hier ein Zeichen zu setzen. Durch Aufklärung, warum Samba, Schoki & Co. den vollen Preis wert sind!
Ein Jahr voller FAIRWERTE
Ab März 2022 rückt jeden Monat ein FAIRWERT in Kombination mit einem "Monatsthema" in den Fokus. Worum es geht, erkennen Sie sofort: In allen VollCorner Filialen finden Sie einen besonderen Aufbau mit beliebten Rapunzel-Produkten, Infos und Rezepten.
Los geht's mit FAIRWERT #12:
100 % Bio-Qualität – weil uns weniger nicht reicht.
Naturkost? Das bedeutet für Rapunzel 100 % naturbelassene, vollwertige Lebensmittel, frei von Gentechnik, künstlichen Zusatzstoffen oder Aromen. Was drin ist, das steht immer genau drauf.
Schon bei der Suche nach den perfekten Zutaten werden keine Mühen gescheut! 1976 etwa gab es in Deutschland weder biologische noch ungeschwefelte Sultaninen – weswegen die Rapunzel Gründer selbst in die Türkei reisten, um die Bauern vor Ort vom Bio-Anbau zu überzeugen.
Mit Erfolg, denn daraus erwuchs das Türkei-Projekt mit 430 Bio-Bauern, die bis heute Sultaninen und Haselnüsse u.a. für das RAPUNZEL ORIGINAL MÜSLI liefern. Auch viele weitere 100 %-Bio-Produkte wurden nur durch den Pioniergeist von Rapunzel möglich. Die weltweit erste Bio-Schokolade oder der Schoko-Nuss-Aufstrich Samba sind nur zwei davon.
Der März wird zum Frühstücksmonat!
Zum Start dreht sich gemeinsam mit dem ersten FAIRWERT alles rund um das Thema "Frühstück".
Hier erfahren Sie alles zu den Rapunzel Frühstücks-Klassikern, welche Frühstückstypen es gibt und was das Rapunzel Müsli mit einer Badewanne zu tun hat. Außerdem gibt's leckere Rezepte!
Los geht's...wir sind gespannt auf ein Jahr voller FAIRWERTE!
Wir von VollCorner sind Fairwertepartner weil…
…unser Essen einen Preis verdient, der ermöglicht, dass Landwirte und Erzeuger gut davon leben und ökologisch wirtschaften können. Die Voraussetzung, um auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette fair und solidarisch zu handeln.
Knackige Knospe

Auch an kalten Tagen müssen wir nicht auf frisches Blattgemüse aus der Region verzichten. Die Demeter-Gärtnerei Obergrashof in Dachau beliefert uns seit Kurzem sogar mit einer echten Besonderheit: Samenfestem Chicorée in den Sorten "Schriek" und "Etardo" aus eigener Züchtung. Was macht diese Sorten besonders? Und warum wird Chicorée ausgerechnet jetzt im Winter so gerne angebaut? Das erfahren Sie hier!
Waren es Bauern, die Zichorienwurzeln einlagerten, um daraus Kaffee-Ersatz herzustellen? Oder war es doch der Obergärtner am Botanischen Garten in Brüssel, der den ersten Chicorée zog? Ganz genau weiß heute niemand mehr, was genau zu seiner Entdeckung führte. Sicher ist nur: Um schmackhaften Chicorée zu erhalten, braucht es Zichorienwurzeln, etwas Geduld und Dunkelheit!
Chicorée: Ein Spross der Zichorienwurzel
Chicorée ist der Spross der Zichorienwurzel, der entsteht, wenn die Pflanze bei Dunkelheit austreibt. Dunkelheit ist wichtig, denn durch die sogenannte „Treiberei“ unter Ausschluss von Licht bildet die Pflanze kein Chlorophyll mehr und damit auch weniger Bitterstoffe. Ganz vermeiden lassen sich diese jedoch nicht und das ist auch gut so! Denn sie geben dem Chicorée seinen charakteristischen Geschmack und können sich unter anderem positiv auf Verdauung und Blutzucker auswirken.
Ab Ende Februar finden Sie bei uns die samenfeste Sorte "Schriek". Was Sie ausmacht?
- Knackige Blätter, aromatisch-süße, leicht bittere Note
- Die Sorte wurde bei einer Blindverkostung der Bingenheimer Saatgut AG als "wesentlich aromatischer, etwas süßer und einfach deutlich leckerer" wahrgenommen.
- „Ausgangsmaterial“ war eine alte Sorte aus Belgien – dem Chicorée-Land schlechthin.
- Der Obergrashof hat vor vielen Jahren eine kleine Menge Saatgut von einer belgischen Gärtnerin bekommen. Damit begann 2012 die aufwändige Züchtungsarbeit.
- Der Ertrag fällt etwas geringer aus und sie sind weniger gleichförmig, als bei modernen Hybridsorten.
Einkaufs-Experiment "Krummes Gemüse"

Dieses Jahr wurde bei VollCorner geforscht und vielleicht waren auch Sie Teil dieses ganz besonderen Experiments! Denn ein Team von der Uni Kassel/Witzenhausen hat im Frühjahr in unseren Märkten Schwanthalerhöhe, Gauting und Kazmairstr. seine Versuchsstationen aufgebaut – und zwar im Gemüseregal. Die Motivation: Langfristig mehr Lebensmittel zu retten!
Keine Frage - das haben wir, gemeinsam mit unserem regionalen Partner TAGWERK, gerne unterstützt.
Wie das Experiment abgelaufen ist und was dabei heraus kam, erzählt uns Dr. Benedikt Jahnke, der das Forschungsprojekt „Marketing von Suboptimal Food im Öko-Handel“ leitet.
1) Woran habt ihr in unseren VollCorner Märkten geforscht und wie kam es dazu?
In unserem Projekt untersuchen wir, welche Hemmnisse KonsumentInnen vom Kauf von Obst und Gemüse mit nicht perfektem Aussehen (Suboptimal Food) abhalten und ob/wie sich diese durch Marketingmaßnahmen abbauen lassen.
Für möglichst praxisnahe Ergebnisse war es unser Wunsch, einen Verkaufstest unter realen Bedingungen im Biofachhandel durchzuführen. VollCorner engagiert sich ohnehin schon im Rahmen des Dialogforums Groß- und Einzelhandel der Bundesregierung für eine Reduktion von Lebensmittelverschwendung und war von dieser Idee sofort begeistert. Gemeinsam haben wir diesen Test in die Tat umgesetzt.
Von Februar bis April waren Sie, liebe KundInnen, in drei VollCorner-Märkten Teil dieses Experiments – hoffentlich ohne es überhaupt zu bemerken. Nur wer ganz aufmerksam durch die Gemüseabteilung gegangen ist, hat vielleicht wahrgenommen, dass in dieser Zeit häufig zwei Kisten mit Karotten angeboten wurden und phasenweise Hinweisschilder Sie auf die "weniger schönen" Karotten aufmerksam gemacht haben.
2) Wie kamt ihr auf dieses Experiment?
Ein Problem vieler Studien zum Einkaufsverhalten besteht darin, dass sich Befragungen nicht ohne Weiteres auf das tatsächliche Alltagshandeln beim Einkaufen übertragen lassen.
Um möglichst aussagekräftige Erkenntnisse zur Kaufbereitschaft von suboptimalen Karotten zu erzielen, haben wir unser Experiment im Gemüseregal versteckt.
Während des Experiments haben wir zwei verschiedene Kommunikationsrichtungen getestet. In Phase 1 haben wir auf eine humorvolle Art und Weise mit einer vermenschlichten Karotte auf die suboptimalen Karotten aufmerksam gemacht. Im Kontrast dazu wurden in Phase 2 sachliche Informationen zur Verschwendung von Karotten in Verbindung mit einer realistischen Darstellung einer suboptimalen Karotten gegeben. Vor, zwischen und im Anschluss an diese Testphasen wurden Karotten ohne weitere Hinweise aber weiterhin zu einem um 30% reduzierten Preis angeboten. Diese sogenannten Kontrollphasen dienten dazu, eine Baseline zur Ermittlung von Unterschieden festzulegen und den Einfluss der Hinweise zu neutralisieren.
3) Wie konntet ihr messen zu welchen Karotten unsere KundInnen greifen?
Die zwei Karottenkisten standen auf einer speziell für diese Verkaufstests entwickelten Wiegevorrichtung. Mittels zwei elektronischer Waagen wurde jede Gewichtsveränderung der einzelnen Kisten sekundengenau erfasst und auf einen Minicomputer gespeichert. Über WLAN konnten wir außerdem jederzeit auf den Minicomputer zugreifen, sodass wir unser Experiment aus der Ferne überwachen und bei Problemen sofort eingreifen konnten.
Durch diese Art der Messung waren wir unabhängig von der korrekten Zuordnung der Karotten an der Kasse, wo es für die KassiererInnen manchmal gar nicht so leicht war, die „optimalen“ von den „suboptimalen“ Karotten zu unterscheiden.
4) Und jetzt natürlich das Spannendste: Was kam raus?
Wir haben gemerkt: Tatsächlich ist es schwieriger die KonsumentInnen zum Kauf von suboptimalem Gemüse zu motivieren als erhofft. In den mehr als 10 Wochen, in denen der Verkaufstest lief, entfielen nur rund 15% der Kaufentscheidungen auf die Karotten mit den Schönheitsfehlern. D.h. in weniger als jedem sechsten Einkauf wurde zu den suboptimalen Karotten gegriffen.
Fazit also: Großer Aufwand, aber alles umsonst? Nein, ganz und gar nicht. Wir haben eine innovative Messtechnik unter realen Marktbedingungen testen können. Wir haben erfahren, wie aufwendig und herausfordernd eine testweise Listung von suboptimalen Karotten in die Tat umzusetzen ist.
Und wir haben feststellen können, dass Kommunikationsmaßnahmen und ein deutlich reduzierter Preis nicht automatisch und unmittelbar das Einkaufsverhalten der KundInnen verändern, sondern, dass hier doch mehr dazu gehört: Ein langfristiges Umdenken, bei uns als KonsumentInnen genauso wie im Handel.
5) Zum Abschluss: Was können wir für unser Einkaufsverhalten davon lernen?
Aus den Erfahrungen aus dem Verkaufstest wurde eindrücklich deutlich, wie sehr wir uns vom Aussehen beim Einkauf leiten lassen. Kommunikationsbotschaften werden oft übersehen, selbst Preisreduktionen schaffen nicht unbedingt, uns umzustimmen und statt routiniert zur makellosen Karotte zur Karotte mit Schönheitsfehlern zu greifen. Uns dies immer wieder ins Bewusstsein zu rufen und unsere eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen, wäre ein wichtiger Schritt.
Danke für die gute Zusammenarbeit in diesem sehr spannenden Projekt und das Interview!
Auch wenn diese Ergebnisse zeigen, dass es oftmals eine Herausforderung ist, Suboptimal Food erfolgreich zu vermarkten, für uns von VollCorner steht fest: Wir werden uns weiterhin gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen!
Bio auf Augenhöhe

Fairer Handel und soziales Wirtschaften gehören für uns genauso zu Bio wie Umwelt- und Klimaschutz. Mit anderen Worten: Es ist uns nicht nur wichtig, Ihnen hochwertige Produkte aus ökologischem Anbau anzubieten, sondern auch mit Produzenten auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Angefangen bei den Landwirten in unserer Nachbarschaft bis hin zu Betrieben aus fernen Ländern. Nur so können die Menschen von ihrer täglichen Arbeit, die sie für unsere Bio-Lebensmittel leisten, auch gut leben.
TAGWERK: Faire Zusammenarbeit um München
Eine faire, partnerschaftliche Zusammenarbeit beginnt schon mit den Bauern, Gärtnern, Imkern, Bäckern und Co. direkt vor unserer Haustüre. Hier setzen wir uns gemeinsam mit unserem regionalen Partner TAGWERK für den Erhalt kleinbäuerlicher Betriebe und einen zukunftsfähigen Lebensmittelhandel ein.
Fairer Handel ist weltweit wichtig
Doch nicht nur bei uns, sondern in allen Regionen der Welt sind ökologischer Landbau und faires Wirtschaften eine wichtige Existenzgrundlage. Indem unsere LieferantInnen Bio-Produkte wie Kaffee, Kakao oder Bananen u.a. aus Ländern in Afrika, Asien oder Lateinamerika importieren und dabei fair und partnerschaftlich zusammenarbeiten, werden Kleinbauern unterstützt, ihre Erwerbsmöglichkeiten und damit ihre Lebensgrundlagen zu erhalten. So ist beispielsweise für die Bewohner der Komoren, Heimat der Rapunzel „Hand in Hand“- Vanille, der Vanille-Anbau eine Möglichkeit, um weiterhin auf ihren Inseln leben und arbeiten zu können. Wenn Sie sich in unseren Biomärkten umsehen, stoßen Sie auf viele weiterere solcher Beispiele.
Vielfältige faire Projekte
Denn viele unserer VollCorner Lieferanten haben Projekte mit fairen Handelsbeziehungen ins Leben gerufen. Nicht immer braucht es ein Fair Trade-Siegel, um sich für gerechte Löhne, soziales Engagement und langfristige Partnerschaften einzusetzen.
Manche kennzeichnen Ihre Produkte mit offiziellen Siegeln wie Fair Trade oder Naturland Fair. Andere, wie Rapunzel mit "Hand in Hand" haben firmeneigene Programme ins Leben gerufen. Als kleine Einkaufshilfe stellen wir Ihnen hier einige Lieferanten vor:
BanaFair (Bananen NaturlandFair)
Berchtesgadener Land "Naturland Fair" (Molkereiprodukte)
Campesino (u.a. Kaffee)
ChariTea/Lemonaid (Limos)
Chocqlate (Schokoladen)
Dinzler "Fair Gehandelt" (Kaffee)
Gepa (u.a. Schokoladen, Zucker und Kaffee)
HEYHO - (Müsli)
Lebensbaum (u.a. Tees)
München Schokolade & Kaffee
Naturata (u.a. Schokoladen und Kakao)
Original Beans (Schokoladen)
Rapunzel HAND IN HAND (u.a. Schokolade, Vanille, Quinoa, Zucker, Nüsse)
Spielberger Mühle „Bio+Fair“ (u.a. Mehl, Haferflocken)
Stellar (Wein)
Supremo (Kaffee)
TAGWERK (viele regionale Produkte)
Voelkel "FairBio" (Säfte, u.a. Fair to Go)
Zotter (Schokolade)
Wir machen uns auf den (Mehr-)Weg

Schon lange finden Sie an unseren Theken verschiedene Mehrweg-Behältnisse für Wurst, Käse, Antipasti und Co., die Sie immer wieder mitbringen können, um so jede Menge Plastik und anderen Verpackungsmüll zu sparen. Auch Ihr Brot und Gebäck packen wir am liebsten in selbst mitgebrachte Beutel – besonders seit wir uns entschieden haben, uns langfristig von unserer Brotseide zu verabschieden.
Warum wollen wir diesen Schritt gehen?
Die innere Lage unserer Brotseide war bisher aus einem biobasierten Kunststoff aus Zuckerrohr. Dieser Kunststoff ist aufgrund der angespannten Situation auf dem Weltmarkt momentan kaum verfügbar. Erdölbasierter Kunststoff ist für uns keine Alternative. Daher verpacken wir das Brot nun mit Papiertüten, die – wie alle unsere Tüten und Einschlagpapiere – aus 100 % Recyclingpapier bestehen.
Umtüten: Verpackung und Platz sparen
Noch lieber aber stecken wir Ihre Backwaren in selbst mitgebrachte Sackerl. Damit Sie Ihr Gebäck nicht nur sicher nach Hause bringen, sondern auch lange genug lagern können, bieten wir Ihnen ab sofort die Beutel vom jungen Kieler Unternehmen Umtüten an. Die bestehen aus recycelter Jeans und Bio-Baumwolle mit einem Inlay auf Maisstärkebasis. Eine platzsparende Alternative zum Brotkasten!
Die Umtüten kommen in zwei Varianten im schicken VollCorner-Design: Die Markt-Tüüt für größere Einkäufe, wie Brotlaibe oder auch Salatköpfe. Die Snack-Tüüt für Snacks oder kleinere Gebäckteile.
Verpackung sparen mit unseren Mehrweg-Behältnissen
Auch mit unseren anderen Mehrweg-Alternativen bringen Sie viele Bio-Lebensmittel verpackungsfrei und sicher nach Hause:
- Zum Beispiel mit unseren Weck-Gläsern im Pfandsystem oder den Edelstahl-Brotzeitboxen für Antipasti, Frischecremes, Wurst und Käse.
- Obst und Gemüse passen gut in unsere Living Crafts Netze aus Bio-Baumwolle, take5-Mehrwegnetze oder Beutel von naturtasche.
- Mit den RECUP-Bechern und REBOWLs im Pfandsystem können Sie sich außerdem To Go-Gerichte aus unseren BioDelis schmecken lassen!
Probieren Sie es doch bei Ihrem nächsten Einkauf einmal aus!
ÜBRIGENS: Mehr dazu erfahren Sie in unserem aktuellen Angebotsmagazin, das in allen VollCorner Biomärkten für Sie bereit liegt.
Theke wechsel dich!

Liebe Kundinnen und Kunden,
ab Dienstag, den 21.09. finden Sie in unserem VollCorner Biomarkt in Bogenhausen unsere neue TAGWERK Bio-Metzgertheke mit Fleisch und Wurst aus der regionalen TAGWERK Biometzgerei in Niederhummel bei Freising.
Dafür nehmen wir kleine Umbauten vor und schließen deshalb vorübergehend unsere Fleischtheke von Samstag, den 18.09.2021 um 16:00 Uhr bis einschließlich Montag, den 20.09.2021.
Währenddessen finden Sie in unserem Kühlregal Bio-Fleisch von unseren regionalen Bio-Metzgereien.
Ab Dienstag, den 21.09. sind wir dann wieder für Sie da!
Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Ihr VollCorner Team
Sophias Rezepte fürs Klima

In den Kochbüchern von Sophia Hoffmann geht’s um mehr als einfach nur Essen zubereiten! Denn die Köchin, Autorin und Aktivistin aus Berlin setzt sich sehr für Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein – und hat viele Ideen rund um eine vegane, regionale und saisonale Küche.
Vielleicht konnten Sie Sophia Hoffmann sogar schon persönlich kennenlernen, denn sie hat 2019 ihr Buch »Zero Waste Küche« in unserem VollCorner Schwanthalerhöhe vorgestellt!
2021 ist ihr neuestes Buch »Die kleine Hoffmann: einfach intuitiv kochen lernen« erschienen. Sie hat uns zwei kreative Rezepte daraus verraten.
Carrots spenden – Kulturgut erhalten!

Saatgut ist seit tausenden Jahren der Grundstein unserer Ernährung! Ein wichtiges Thema also, dem sich unser Partnerbetrieb Obergrashof in Dachau schon lange widmet: Seit über 20 Jahren setzt sich die demeter-Gärtnerei für Züchtung und Anbau samenfester Sorten ein – und damit für den Erhalt unserer Saatgutvielfalt und die Unabhängigkeit von wenigen großen Agrochemie-Konzernen.
»Samenfestes Gemüse für München und Umgebung«
Die Gärtnerei hat jetzt den gemeinnützigen Verein Kulturpflanzenentwicklung Obergrashof e.V. gegründet. VollCorner unterstützt dieses zukunftsweisende Projekt und auch Sie können mitmachen: Über Ihre CarrotCard App können Sie Ihre gesammelten Carrots spenden! Für 500 Carrots gehen 10 € als Spende an den Verein.
Julian Jacobs, der sich gemeinsam mit Urban Ewald für den Verein engagiert, erzählt uns in einem Interview mehr über ihre Arbeit und was mit Ihren Spenden passiert.
Warum ist euch der Anbau von samenfesten Sorten so wichtig?
Julian Jacobs: Da gibt’s viele Gründe! Zum einen, die Sortenvielfalt und die Unabhängigkeit der Bauern und Gärtner zu bewahren. Denn mit dem Einsatz von Hybridsaatgut ging über die Jahre ein großer Teil unserer Gemüsesorten verloren und große Konzerne beherrschen heute den Saatgutmarkt. Dabei ist Saatgut ein Kulturgut, das wir unbedingt erhalten müssen und ein Gemeingut, das allen zugänglich sein sollte, ähnlich wie Boden, Luft und Wasser.
Und es geht darum, Kulturpflanzen in ihrem natürlichen Wesen zu achten. Seit Jahrtausenden sind sie essentiell für die Ernährung der Menschen und waren immer in den Händen der Bauern und Gärtner. Heute ist das leider anders.
Zwei weitere gute Gründe, warum es sich lohnt zu samenfestem Gemüse zu greifen, sind übrigens seine hohe Ernährungsqualität und sein voller Geschmack.
Was macht ihr denn mit den Carrot Spenden unserer KundInnen?
Julian Jacobs: Um dem Thema mehr Raum geben zu können, haben wir den Verein Kulturpflanzenentwicklung Obergrashof e.V. gegründet. So können wir uns neben unserer Gärtnerei verstärkt der Saatgutarbeit widmen und schaffen dafür einen eigenständigen Ort. Da unser Verein gemeinwohlorientiert ist und wir natürlich für den Start einiges benötigen, z.B. neue Gewächshäuser, Lagerräume und Ausrüstung, freuen wir uns über jede Unterstützung.
Was ist euer Ziel?
Julian Jacobs: Nachbaufähige Kulturpflanzen zu entwickeln, die gerne angebaut und gekauft werden! Wir wollen die Qualität unseres samenfesten Gemüses immer weiter verbessern, alte Sorten aufleben lassen oder neue Sorten entwickeln.
Aktuell arbeiten wir zum Beispiel an Projekten mit samenfestem Spinat und Fenchel. Unser Ziel ist es aber nicht nur selbst mehr Sorten anzubauen. Wir wollen Saatgut aus biologisch- dynamisch gezüchteten, samenfesten Sorten liefern – auch für unsere Gärtner-KollegInnen. Wichtig ist, das Bewusstsein für das Thema in der Gesellschaft durch Aufklärung zu schärfen.
Danke, dass Sie uns mit Ihren Carrot-Spenden dabei unterstützen!
Wir sind gespannt und freuen uns über alle samenfesten Sorten, die wir dank des Vereins in unseren VollCorner Gemüseabteilungen anbieten können. Danke für das Interview, Julian.
Unsere fleißigen NachbarInnen

Keine Frage, Honig ist einfach lecker! Aber nicht nur deswegen schätzen wir die Arbeit unserer fleißigen Bienen und ImkerInnen. Denn wenn wir regionalen Bio-Honig auf’s Brot streichen, unterstützen wir auch unsere ökologische Landwirtschaft, die Bestäubung wichtiger Kulturpflanzen und den Erhalt der Artenvielfalt.
Allein für ein Glas Honig legen Bienen auf unzähligen Flügen eine Distanz zurück, die sie mehr als einmal um die Erde führen würde. Dabei bestäuben sie Wiesenblumen, Obstbäume, Gemüse und etliche andere Pflanzen.
Die warme Jahreszeit bietet eine bunte Vielfalt an Trachtpflanzen. »Im Juni und Juli sind unsere Bienenvölker am stärksten mit bis zu 60.000 Tieren pro Volk. Jetzt heißt es Saison-Endspurt und wir sind gut beschäftigt mit Schleudern, Abfüllen und Ausliefern«, erzählt Imkerin Verena Trax. »Übrigens die perfekte Zeit für Lindenhonig! Den können wir sogar mitten in München bei Nymphenburg ernten.«
Zu unseren Imkern pflegen wir ein partnerschaftliches Verhältnis und freuen uns immer, wenn sie uns mit neuem Honig beliefern. Hier stellen wir Ihnen zwei von ihnen vor:
Bestimmt sind Ihnen die bunten Gläser von Jonas und Verena Trax schon in unseren Regalen aufgefallen. Denn in der Bioland-Imkerei sind alle Etiketten kleine, selbst gemalte Kunstwerke.
Wir sind immer wieder beeindruckt, mit wie viel Herzblut, Naturverbundenheit und Erfahrung das junge Paar arbeitet. Jonas Trax wurde das Imkern schon in die Wiege gelegt – denn sein Großvater und seine Eltern lernten bei einem der bedeutendsten Bienenzüchter der Welt, Bruder Adam, der sogar von der Queen ausgezeichnet wurde. Auch die Familie von Verena Trax hatte schon lange Bienen auf ihrem Bio-Bauernhof.
Ihren Traum von einer eigenen Bio-Imkerei, verwirklichte das Paar gleich an zwei Standorten: In Verenas Heimat Kirchseeon bei München und in Beverungen an der Weser, wo Jonas’ Großvater eine Imkerei aufgebaut hatte.
Hier erfahren Sie noch mehr über Familie Trax.
Margot Erber aus Haag
Als Margot Erber und ihr Mann Thomas vor mehr als 10 Jahren eine landwirtschaftliche Fläche erwarben, ahnten sie nicht, dass sie damit den Grundstein für eine eigene Bio-Imkerei – und eine große Leidenschaft gelegt hatten. Denn dort stand ein leeres Bienenhaus, das besonders Margot Erber in ihren Bann zog.
Heute arbeitet die Imkerin nach Naturland-Richtlinien, denn von Anfang an war klar: Das Wichtigste an ihrer Arbeit ist der Erhalt der natürlichen Vielfalt und ein respektvoller Umgang mit Tieren und Pflanzen.
Kein Wunder, schließlich könnte ihr Arbeitsplatz kaum schöner sein! Die Standorte der Bienen sind Wälder, blühende Wiesen und Felder bei Bio-Landwirten in der Umgebung – in diesem Sommer z.B. auf einem Kornblumenfeld von einem altbekannten VollCorner Lieferanten, dem Biohof Lex!










